Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 29.03.2014, 16:52 (vor 4393 Tagen)

Moin!

Gemessen an der Bedeutung, die ich dem Hauptbahnhof Oberhausen zumesse, ist er ziemlich groß ausgefallen. Gemessen an der Bedeutung, die ich der Stadt Oberhausen zumesse, ist er sogar sehr groß ausgefallen. Damit meldet sich das Hauptbahnhofsportrait heute zum letzten Mal aus dem Ruhrgebiet. Nicht aber, weil der Hauptbahnhof Oberhausen das letzte ist.


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Der Fernverkehr ist recht dünn, neben den ICEs von und nach Emmerich, sie fahren derzeit wohl recht stabil bis zum eigentlichen Zielbahnhof Amsterdam, kommt ab und zu mal ein Intercity zwischen dem Niederdeutschen und dem Moselfränkischen vorbei, denn die Linie Norddeich - Luxemburg fährt die Nordstrecke durchs Ruhrgebiet.

Für den Löwenanteil der Abfahrten und Fahrgäste sorgt der schienengebundene Nahverkehr. Acht Linien nehmen die Bahnsteige von DB Station & Service in Anspruch. Das wären:

RE 3 Düsseldorf - Duisburg - Oberhausen - Wanne-Eickel - Dortmund - Hamm. Stundentakt. Eurobahn. Flirts.
RE 5 Koblenz - Köln - Düsseldorf - Duisburg - Oberhausen - Emmerich. Stundentakt. DB Regio. Baureihe 146 und Doppelstock.
RB 33 M.Gladbach - Duisburg - Oberhausen - Wesel. Stundentakt. DB Regio. Baureihe 425/426.
RB 35 Duisburg - Oberhausen - Wesel. Stundentakt. DB Regio. Baureihe 425/426. Dazu lokbespannte Verstärker von/nach Düsseldorf - Köln.
RB 36 Oberhausen - Duisburg-Ruhrort. Halbstundentakt. Nordwestbahn. Baureihe 648.
RB 44 Oberhausen - Bottrop - Dorsten. Stundentakt. Nordwestbahn. Baureihe 648.
S 2 Duisburg - Oberhausen - Wanne-Eickel - DO-Dorstfeld - Dortmund. Hier Stundentakt. DB Regio. Baureihe 422.
S 3 Oberhausen - Essen - Hattingen. Alle 20 oder 30 Minuten. DB Regio. Baureihe 422.


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Für die Signalbedienung ist das Stellwerk Ohf verantwortlich. Es löste 1983 diverse ältere Stellwerke ab, in diesem Beitrag sieht man neben denen auch ein wenig von dem, was damals auf Oberhausens Schienen fuhr. Knapp 50 Jahre älter ist das Empfangsgebäude, es wurde 1934 eröffnet.

Die diversen Personenverkehrslinien verteilen sich auf fünf Strecken. Das NRW-Bahnarchiv, eine unverzichtbare Quelle, führt neun Streckennummern auf, die den Bahnhof erreich(t)en. Ich folge einfach mal der dortigen Reihung. Dort auch Links zu Karten, die die Strecken oder Betriebsstellen zeigen.

So kommt als erstes die von der S 3 bediente Strecke nach Mülheim-Styrum. Sie wurde am 1. März 1862 für den Personenverkehr eröffnet und seitdem zweimal verlegt, die Bergisch-Märkische Eisenbahn errichtete einst einen eigenen Bahnhof in Oberhausen. Seit dem 4. Oktober 1959 besteht elektrischer Betrieb.

Dann gibt es die am 1. Juli 1879 eröffnete und mir bislang völlig unbekannte Strecke von Oberhausen nach Bottrop Nord (und weiter gen Dorsten). Der Reiseverkehr vom Hauptbahnhof aus endete 1945 nach einer Brückensprengung. Die Strecke besteht offenbar teilweise noch als Industriegleis.

Bekannter ist die Strecke nach Emmerich und in die Niederlande. Sie wurde 1856 zwischen Oberhausen und Zevenaar, wo sie ans niederländische Netz anschließt, eröffnet: Zevenaar - Emmerich 15. Februar, Oberhausen - Dinslaken 1. Juli, Dinslaken - Wesel - Emmerich 20. Oktober. Seit dem 22. Mai 1966 besteht bei der DB elektrischer Betrieb, der deutsche Grenzbahnhof Emmerich ist Systemwechselbahnhof. Die Strecke wird aktuell ausgebaut.

Eher weniger bekannt ist eine zweite Strecke nach Wesel. Sie führt weiter westlich über Walsum. Der Reiseverkehr wurde am 15. Oktober 1912 aufgenommen. Nach Sprengung der Lippebrücke endete Anfang 1945 der Reiseverkehr auf dem Nordabschnitt. Zum Sommerfahrplan 1963 war auf dem neuen Nordabschnitt zwischen Duisburg-Walsum und Spellen Schluß, 20 Jahre später auch zwischen Oberhausen und Walsum. Für den Güterverkehr ist die Strecke bis Spellen weiterhin in Betrieb.

Ebenfalls nicht elektrifiziert ist die Bahnstrecke nach Duisburg-Ruhrort, einem idyllischen Fleckchen Erde. Der Reiseverkehr begann am 14. Oktober 1848, das 1881 gebaute zweite Gleis wurde zwischen 1969 und 1989 wieder abgebaut. Heute pendelt im Halbstundentakt bei 12 Minuten Fahrzeit ein Triebwagen hin und her und hin und her.

Die am 10. April 1973 eröffnete Strecke nach Kolkmannshof dient den Zügen nach Duisburg, sie dürfte selbst manchem Experten unbekannt sein. Noch jünger ist eine 1994 eingeweihte Strecke zum Güterbahnhof Oberhausen West, hier fahren keine Personenzüge. Nachrichtlich erwähnt sei die 1881 eröffnete Güterstrecke nach Altenessen. Sie läuft parallel zur Ruhrgebietsstrecke der Cöln-Mindener Eisenbahn, die den Abschluß bildet.

Jene Strecke wurde am 15. Mai 1847 zwischen Duisburg und Hamm eröffnet. Somit hätte Oberhausen an jenem Tag Eisenbahnanschluß erhalten, wenn es die Stadt denn schon gegeben hätte. Aber die Station erhielt ihren Namen nach einem nahegelegenen Schloß. Die gleichnamige Gemeinde wurde erst 1862 gegründet und schon 1874 zur Stadt erhoben.
Am 1. Juni 1959 wurde der Fahrdraht zwischen Duisburg und Oberhausen eingeschaltet, am 18. Mai 1961 auch zwischen Oberhausen und Dortmund.

Die beiden Bahnhöfe der Cöln-Mindener und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn wurden 1888 zusammengelegt, damals wurde das 1854 errichte Bahnhofsgebäude erweitert, so sah es kurz vorm Abriß aus. 1934 schließlich entstand das heutige Backsteinempfangsgebäude im Stil der Klassischen Moderne, ähnlich dem in Düsseldorf. Nach 1993 wurde der Bahnhof saniert, dabei verschwanden auch vier Bahnsteiggleise. Dennoch bietet der Bahnhof auch aus fotographischer Sicht viel. Meine Aufnahmen entstanden am 13. Juli und am 5. Oktober 2013 sowie am 4. Juli 2012.


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1 Backstein. So präsentiert sich das Empfangsgebäude von außen.


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2 Dieselbe Wand.


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3 Haupteingang und Turm vom Busbahnhof aus gesehen. 2012 hatte der Turm gelbe Gardinen.


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4 Der Turm.


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5 Unten drin gibt's schnelles Essen.


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6 Entlang der Hauptfassade.


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7 Durchgehend verglastes Turmtreppenhaus.


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8 Die Straßenbahnhaltestelle, hier mit Mülheims Wagen 274.


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9 Auf dem Vorplatz die Taxenstation.


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10 Die Südfassade.


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11 Eine Ansicht von der Gleisseite.


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12 Alte Aufzüge.


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13 Bahnsteig 2/3.


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14 Bahnsteig 2/3.


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15 Ortsbestimmung.


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16 Zuwegung zum Nachbarbahnsteig.


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17 Das ist der Museumsbahnsteig. Links EH 159, Jung Jungenthal 14117/1959.


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18 Ein Blick quer über die Bahnsteige. Tristesse pur, möchte man sagen.


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Ich fürchte, die 40 Bilder werden heute nicht ausreichen. Wir begeben uns nun durch den Tunnel ins Empfangsgebäude, dann auf die Rückseite und zuletzt auf die Bahnsteige. Dazu benötigen wir zunächst ein Tunnelbild. Das gibt es dann gleich am Anfang von Teil 2.

Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 2

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 29.03.2014, 16:52 (vor 4393 Tagen) @ Sören Heise

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19 Nehmen wir das.


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20 Ein Zitat am Zugang zum Museumsbahnsteig.


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21 Die drei Lebensalter (1932) am Fuß der Treppe. Ein Kunstwerk von Ernst Müller Blensdorf (1896-1976).


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22 Die imposante Halle.


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23 Schnelle Blumen.


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24 Die Modellbahn.


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25 Über zwei Ecken geht es zum Zug.


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26 Ein Blick gen Ausgang.


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27 Zu den Zügen.


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28 Der Westeingang.


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29 Hinterm Bahnhof das letzte Relikt der Oberhausener Schwebebahn.


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30 Ein Parkdeck ermöglicht erhöhte Ausblicke...


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31 ...Vorbeiblicke...


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32 ...und Einblicke ins Seelenleben von Autofahrern.


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33 Ein Doppel-425.


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34 Und durch den Tunnel auf die Bahnsteige. Die Fotos von dort sind eher unsortiert.


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35 Aber erst müssen wir die Treppe hoch.


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36 Nebenan fährt ein ICE ab. Das war ein anderer Tag.


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37 Der Zug nach Ruhrort mit Signalsparmast.


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38 RO14 ist eher bodenständig.


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39 Nebenan wird ein Zug erwartet.


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40 Die Ausfahrt steht.


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41 Da kommt er. Koblenz ist das Ziel.


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42 S-Bahn.


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43 Stellwerk. Zwischen ihm und den Gleisen verläuft die ÖPNV-Trasse, man sieht eine Straßenbahn.


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44 Die Nordausfahrt.


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45 Das Signal hatten wir oben schon. Es ist aber auch durch sein eingeschränktes Farbspektrum einen Besuch wert.


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Die Erstellung des Portraits war ein wenig kompliziert. Einige Bilder sind leider aus dem Zusammenhang gefallen, sie folgen daher jetzt noch.


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46 Am Rande erwähnt wurde die ÖPNV-Trasse. Sie entstand 1996 im Zusammenhang mit der Wiedereinführung der Straßenbahn und führt abseits der Straßen vom Hauptbahnhof über das Einkaufszentrum Centro nach Sterkrade. Neben der Straßenbahn verkehren hier auch mehrere Buslinien.


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47 Vor dem Bahnhof der Busbahnhof, hier mit Bussen aus Oberhausen (rechts) und Mülheim. Die städtischen Verkehrsbetriebe kommen manchmal bis weit in die Nachbarstädte.


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48 Besondere Beachtung verdienen die Sitzgelegenheiten in den Treppenaufgängen - durch den Aufzugeinbau leider nur noch eingeschränkt nutzbar.


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49 An der Ausfahrt nach Essen und Duisburg eine Signalparade.


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50 Und abschließend ein weiteres Bild vom hochwertigen Fernverkehr, Tz 4653 auf der Fahrt nach Frankfurt.
Es besteht ein gewisser Kontrast zwischen dem modernen niederländischen Zug und dennicht mehr ganz taufrischen deutschen Bahnsteigen.


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Oberhausen Hbf. Ein Bahnhof, wie auch die Stadt nicht auf Hochglanz poliert. Die Bahnsteige könnten mal eine Auffrischung vertragen, aber das Empfangsgebäude, das bekommt im Jargon der heutigen Zeit vom Hauptbahnhofsreisenden ein "gefällt mir".


Das war im Rahmen dieser Serie die Nummer 117. Wikipedia schreibt im Text, daß es laut Deutscher Bahn 122 Hauptbahnhöfe gibt, nennt in der anschließenden Liste dann 130, teilweise Doppelungen. Ich komme inklusive einiger Zweifelsfälle auf 156. Davon habe ich 17 noch nicht besucht, 22 werde ich erneut besuchen und auch fünf im Vorfeld dieser Serie bereits präsentierte Stationen werde ich nochmals aufsuchen. Die bereits erschienenen Folgen sind über mein Beitragsverzeichnis abrufbar, der Link findet sich ein wenig weiter unten in meiner Signatur.


Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 2

Jens, Bayern/NRW, Samstag, 29.03.2014, 17:00 (vor 4393 Tagen) @ Sören Heise

Vielen Dank für die Bilder von Oberhausen.

Vor allem Spare ich mir es so mal selbstden erhöhten Blick über die Gleise zu genießen, sonderlich Spektakulär ist er ja nicht wofür du aber nichts kannst ;)

Schon zu Klassenausflugszeiten fand ich den "Museumsbahnsteig" ziemlich lächerlich, umso älter ich werde umso seltsamer empfinde ich ihn. Maximal die Lichtgestaltung am Abend unter dne Zügen ist ansehnlich, wenn auch nicht besonders toll.

Wann rechnest du eigentlich damit die Hauptbahnhöfe fertig zu haben? :)

Viele Grüße

Jens

Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 2

ALR997, Samstag, 29.03.2014, 19:15 (vor 4393 Tagen) @ Jens

Schon zu Klassenausflugszeiten fand ich den "Museumsbahnsteig" ziemlich lächerlich, umso älter ich werde umso seltsamer empfinde ich ihn. Maximal die Lichtgestaltung am Abend unter dne Zügen ist ansehnlich, wenn auch nicht besonders toll.

Was das Licht angeht: als es 2008 installiert wurde, war es ein wirklich schönes Schauspiel. Leider gingen nach und nach die Röhren kaputt und so ist es heute Lückenwerk. Auch dass der Museumsbahnsteig traditoneller Treffpunkt für Sauftruppen ist, verbessert die Situation eher mäßig. Trotzdem gefällt mir die Idee und ein paar Minuten dort zu verbringen ist - tagsüber - doch sehr lehrreich :)

Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 2

ALR997, Samstag, 29.03.2014, 19:08 (vor 4393 Tagen) @ Sören Heise

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19 Nehmen wir das.

Offenbar hast du dir einen guten Tag ausgesucht. In der Regel ist es hier leider doch sehr dreckig.

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22 Die imposante Halle.

Jetzt kann ich auch erklären, warum mir der EC nach Klagenfurt so wichtig war: bis 2012 hing hier noch eine Faltblattanzeige. Typisch war hier die erstaunlich hohe Fehlerquote. Aus "Hattingen" wurde "Rattingen", aus "Düsseldorf" wurde auch mal was völlig anderes wie "D%sse5do0f" und aus Klagenfurt machte die Anzeige eine Woche lang konsequent einen "Klagenfurz", was auch immer das sein mag.

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29 Hinterm Bahnhof das letzte Relikt der Oberhausener Schwebebahn.

Schön wär's! Nein, das ist ein Teil der Wuppertaler Schwebebahn, das steht hier in Oberhausen, weil die Oberhausener GHH (heute MAN) am Bau beteiligt war. Übrigens war sie auch am Bau des heutigen Frankfurter Hbf, der alten Großhesseloher Brücke und der Müngstener Brücke.

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33 Ein Doppel-425.

Na wo der wohl hinwill? Eine berechtigte Frage. Es kommen planmäßig nur Einfachtraktionen zum Einsatz.
Da allerdings der Zug auf Gleis 6 einfährt kann es sich, sofern das Bild 2010 oder später aufgenommen wurde (2012 irre ich mich?) kann das eigentlich nur ein RE11-Umleiter sein.

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41 Da kommt er. Koblenz ist das Ziel.

Allerdings nur für den Zug. Die allermeisten Menschen steigen in Duisburg und Düsseldorf - allerspätestens in Köln aus.

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45 Das Signal hatten wir oben schon. Es ist aber auch durch sein eingeschränktes Farbspektrum einen Besuch wert.

Andererseits lohnt sich auch keine weitere Farbe, wenn man sieht wie das Gleis weiterläuft ;-)

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48 Besondere Beachtung verdienen die Sitzgelegenheiten in den Treppenaufgängen - durch den Aufzugeinbau leider nur noch eingeschränkt nutzbar.

Naja großartig eingeschränkt ist da jetzt nicht, allerdings haben die Bänke auf Bahnsteigen mit realem Zugbetriebe heute eine hellblaue Farbgebung.

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49 An der Ausfahrt nach Essen und Duisburg eine Signalparade.

Und alle Rot :D

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50 Und abschließend ein weiteres Bild vom hochwertigen Fernverkehr, Tz 4653 auf der Fahrt nach Frankfurt.
Es besteht ein gewisser Kontrast zwischen dem modernen niederländischen Zug und dennicht mehr ganz taufrischen deutschen Bahnsteigen.

Dazu eine mehr oder minder lustige Geschichte: Diese "nicht mehr ganz taufrischen Bahnsteige" haben mich an meinem ersten Deutschland-Pass-Tag 2012 beinahe den Anschluss in Duisburg gekostet. An Gleis 12 war nämlich tatsächlich eine Betonplatte der Bahnsteigkante locker geworden und drohte auf das Gleis zu fallen. Entsprechend wurde sie mit Sprayfarbe rot markiert und am nächsten Tag war sie festbetoniert worden.

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Oberhausen Hbf. Ein Bahnhof, wie auch die Stadt nicht auf Hochglanz poliert. Die Bahnsteige könnten mal eine Auffrischung vertragen, aber das Empfangsgebäude, das bekommt im Jargon der heutigen Zeit vom Hauptbahnhofsreisenden ein "gefällt mir".

Und ich bedanke mich recht herzlich für diese gelungene Nummer 117. Ein Bahnhof wie jeder andere ist Oberhausen sicher nicht, aber ob das nun mehr positiv als negativ gedeutet wird, kann getrost jedem selbst überlassen werden.
Jetzt macht es für mich gar eigentlich keinen Sinn mehr weiter so aktiv in diesem Forum zu schauen, wo doch meine Heimat abgegrast wurde.

Andererseits könnte ich in Ergänzung dazu in Kürze mit einem vierfachen Bahnhofsportrait kontern: Oberhausen-Sterkrade + Oberhausen-Holten + Oberhausen-Osterfeld (Nord und Süd) und DU-OB-Obermeiderich.
Dazu könnte ich mich mal wieder auf mein Fahrrad schwingen und ein paar nette Bilder machen. Allerdings erst nach dem Abi - so viel Zeit muss sein ;-)

Schönen Abend,
Lucas

Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 2

Christian_S, Montag, 31.03.2014, 13:36 (vor 4391 Tagen) @ Sören Heise

Oberhausen, ja, den Bahnhof kenne ich. War zwar länger nicht mehr da, dafür aber vor rund 8-10 Jahren ziemlich oft :-) Grund war zum einen eine gute Freundin, die in Oberhausen lebte und zweitens, noch viel wichtiger: in jenem von Sören auch portraitierten Bahnhofsturm hatte damals die Interessengemeinschaft der Sammler der Faltpläne "Ihr Reiseplan" ihr Lager. Da fand der interessierte Sammler so ziemlich alle Faltpläne vieler vergangener Fahrplanperioden ;) Ob das Lager heute noch dort ist weiss ich nicht, ich sammle selbst schon seit fast 10 Jahren nicht mehr.

Noch eine Anmerkung: Der Kia-Fahrer hätte, wenn er schon so einen Spruch auf dem Auto haben muss, das Wort Allergie wenigstens richtig schreiben können^^

Danke Sören für das interessante Portrait!

Großer Bahnhof für eine junge Stadt (50 Bilder), Teil 1

ALR997, Samstag, 29.03.2014, 18:29 (vor 4393 Tagen) @ Sören Heise

Moin!

Einen wunderschönen guten Tag,


Gemessen an der Bedeutung, die ich dem Hauptbahnhof Oberhausen zumesse, ist er ziemlich groß ausgefallen. Gemessen an der Bedeutung, die ich der Stadt Oberhausen zumesse, ist er sogar sehr groß ausgefallen. Damit meldet sich das Hauptbahnhofsportrait heute zum letzten Mal aus dem Ruhrgebiet. Nicht aber, weil der Hauptbahnhof Oberhausen das letzte ist.

Als ich die Überschrift las, habe ich noch überlegt... "welche junge Stadt meint der Kerl denn?". Als ich dann den Bericht anklickte und sofort "Oberhausen" las, war ich hocherfreut.
Nach langer Ankündigung freue ich mich, dass du deinen Bericht fertiggestellt hast - und zwar sehr erfolgreich, wie ich das sehe.

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Der Fernverkehr ist recht dünn, neben den ICEs von und nach Emmerich, sie fahren derzeit wohl recht stabil bis zum eigentlichen Zielbahnhof Amsterdam, kommt ab und zu mal ein Intercity zwischen dem Niederdeutschen und dem Moselfränkischen vorbei, denn die Linie Norddeich - Luxemburg fährt die Nordstrecke durchs Ruhrgebiet.

Obgleich dünn, wird trotzdem das Wichtigste abgedeckt. Neben der bedeutenden internationalen Verbindung nach Amsterdam und in Gegenrichtung nach Frankfurt halten hier die von dir auch genannten ICs. Nicht zu vergessen ist allerdings auch der EC115 nach Klagenfurt - warum, das erkläre ich dir gerne später.
Besonders die Züge Richtung Norden (haha, wer versteht den Witz?) sind gut besucht, da sie in Münster einen perfekten Anschluss nach Hamburg bieten.


Das NRW-Bahnarchiv, eine unverzichtbare Quelle, führt neun Streckennummern auf, die den Bahnhof erreich(t)en.

In der Tat, besser als die meisten Bücher, da häufiger mal aktualisiert.


Dann gibt es die am 1. Juli 1879 eröffnete und mir bislang völlig unbekannte Strecke von Oberhausen nach Bottrop Nord (und weiter gen Dorsten). Der Reiseverkehr vom Hauptbahnhof aus endete 1945 nach einer Brückensprengung. Die Strecke besteht offenbar teilweise noch als Industriegleis.

In der Zeit der Oberhausener Landesgartenschau verkehrte hier ein Pendelzug mit Dampflok, der sogar später noch vereinzelt stattfand. Das wurde jedoch schnell aufgegeben.
Allerdings gab es mal den Vorschlag hier Pendelzüge einzusetzen, die zu den Festivals am OLGA-Park fahren, da die Strecke direkt am Eingang einen Bahnsteig hat. Aber: arme Stadt - also auch wieder verworfen.

Eher weniger bekannt ist eine zweite Strecke nach Wesel. Sie führt weiter westlich über Walsum. Der Reiseverkehr wurde am 15. Oktober 1912 aufgenommen. Nach Sprengung der Lippebrücke endete Anfang 1945 der Reiseverkehr auf dem Nordabschnitt. Zum Sommerfahrplan 1963 war auf dem neuen Nordabschnitt zwischen Duisburg-Walsum und Spellen Schluß, 20 Jahre später auch zwischen Oberhausen und Walsum. Für den Güterverkehr ist die Strecke bis Spellen weiterhin in Betrieb.

Auch hier gab und gibt es Ideen zur Reaktivierung: und zwar sollten die Züge der Hollandstrecke (Betuwestrecke) bis Wesel diese Strecke nutzen. Allerdings waren das wieder nur Rufe ins Leere.


Ebenfalls nicht elektrifiziert ist die Bahnstrecke nach Duisburg-Ruhrort, einem idyllischen Fleckchen Erde. Der Reiseverkehr begann am 14. Oktober 1848, das 1881 gebaute zweite Gleis wurde zwischen 1969 und 1989 wieder abgebaut. Heute pendelt im Halbstundentakt bei 12 Minuten Fahrzeit ein Triebwagen hin und her und hin und her.

Jup, und dabei konnte man allerhand an Triebwagen betrachten. Nachdem lange Zeit die RegioSprinter der DKB DAS Standardfahrzeug waren, fuhren mit Übernahme durch die Prignitzer Eisenbahn (PEG) Doppelstocktriebwagen der Baureihe 670 und Talent-Triebwagen. Als dann die NordWestBahn übernahm, und die versprochenen Lints noch nicht da waren fuhr man provisorisch mit einem RegioShuttle von agilis.
Fun-Fact am Rande: noch mindestens bis 2000 wurde im 20-Minuten-Takt gefahren und die Strecke war S-Bahn-Kandidat mit Neubau von 2-3 Stationen.


Die beiden Bahnhöfe der Cöln-Mindener und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn wurden 1888 zusammengelegt, damals wurde das 1854 errichte Bahnhofsgebäude erweitert, so sah es kurz vorm Abriß aus. 1934 schließlich entstand das heutige Backsteinempfangsgebäude im Stil der Klassischen Moderne, ähnlich dem in Düsseldorf. Nach 1993 wurde der Bahnhof saniert, dabei verschwanden auch vier Bahnsteiggleise. Dennoch bietet der Bahnhof auch aus fotographischer Sicht viel. Meine Aufnahmen entstanden am 13. Juli und am 5. Oktober 2013 sowie am 4. Juli 2012.

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3 Haupteingang und Turm vom Busbahnhof aus gesehen. 2012 hatte der Turm gelbe Gardinen.

Im Rahmen der Kulturhauptstadt wurden außerdem Faltblattanzeigermäßig Worte auf den oberen Fenstern gebildet.

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16 Zuwegung zum Nachbarbahnsteig.

Oder besser bekannt als: Die rollende Brücke
In der Realität rollt sie zwar nicht, dennoch, das Gefühl von Bewegung hat man zu Bestzeiten auf der Brücke schon ;-)


Ich fürchte, die 40 Bilder werden heute nicht ausreichen. Wir begeben uns nun durch den Tunnel ins Empfangsgebäude, dann auf die Rückseite und zuletzt auf die Bahnsteige. Dazu benötigen wir zunächst ein Tunnelbild. Das gibt es dann gleich am Anfang von Teil 2.

Und deshalb fahre ich mit meinen Kommentaren dazu auch in einem zweiten Teil fort - um schön weiter die Zitierfunktion nutzen zu können ;-)

Sammelantwort

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 30.03.2014, 17:24 (vor 4392 Tagen) @ ALR997

Moin,

danke für die Kommentare.

Jens: Der Museumsbahnsteig ist wirklich nicht so toll. Bei Dunkelheit kenne ich ihn nicht.

Die Hauptbahnhofsserie sollte eigentlich dieses Jahr beendet sein. Ich kann derzeit nicht sagen, ob das klappt. Aber ich merke an der abnehmenden Zahl der Antworten, daß das Forum ihr so allmählich überdrüssig ist. ;-)

Lucas (extra nachgeschaut ;-): Vielen Dank für Deine ausführlichen Antworten. Lob aus der jeweiligen Stadt freut besonders, denn dann habe ich den Chrakter des Bahnhofs so etwa getroffen.

Der Zug nach Klagenfurt ist eine Einzelleistung, solche erwähne ich normalerweise nicht, wie mir auch anderes, das Du erwähnst, bekannt ist. Ich möchte aber die Berichte nicht zu lang werden lassen. Deshalb flog auch der 20-Minuten-Takt nach Ruhrort nicht in den Text - einige Jahre vorher fuhren auf der Strecke noch Akkutriebwagen. Ich bin froh, für die mal ins Ruhrgebiet gefahren zu sein. Aber nicht für die Ruhrorter Strecke.

Bei Unterführungen achte ich in erster Linie auf Menschenlosigkeit, das wird sonst zu unscharf.
Fallblattanzeigen. In Hannover war sie recht zuverlässig, das schlimmste mir erinnerliche ist GARMISCH-PARTENK. Mehr Buchstaben waren nicht vorhanden.

Die Wuppertaler Schwebebahn habe ich erkannt (weißst Du, welche Stützennummern das sind?). Aber ich wußte nicht, daß es die beiden zu Dir verschlagen hat.

Der Doppel-425 kann ein Umleiter gewesen sein. Ich erinnere mich dunkel an so etwas. Aber ich weiß keinen Grund mehr.

Von der Bank am Treppenaufgang hatte ich nur dieses eine Bild. Es kann sein, daß auf anderen Bahnsteigen Aufzugarbeiten der Grund für die Einschränkung waren.

Wenn Du dem Forum untreu wirst, fände ich das schade. Wenn Du dem Forum bis nach dem Abitur untreu wirst, ist das nachvollziehbar. Viel Glück!


Programmvorschau: Sofern die Zeit es hergibt, kommt nächstes Wochenende Frischware. Ansonsten Worms, denn das ist der einzige Hauptbahnhof, den ich noch präsentabel auf Lager habe.

Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Sammelantwort

ALR997, Sonntag, 30.03.2014, 18:40 (vor 4392 Tagen) @ Sören Heise

Lucas (extra nachgeschaut ;-) [gut so ;-)]: Vielen Dank für Deine ausführlichen Antworten. Lob aus der jeweiligen Stadt freut besonders, denn dann habe ich den Chrakter des Bahnhofs so etwa getroffen.

Gerne, wenn ich meinen Senf dazu geben kann, tue ich das immer wieder gerne.


Der Zug nach Klagenfurt ist eine Einzelleistung, solche erwähne ich normalerweise nicht, wie mir auch anderes, das Du erwähnst, bekannt ist.

Allerdings fährt er im Takt des Regel-ICs und ich wollte es auch nur im Rahmen der "lustigen Anzeige" erwähnen.

Ich möchte aber die Berichte nicht zu lang werden lassen. Deshalb flog auch der 20-Minuten-Takt nach Ruhrort nicht in den Text

Kann ich verstehen, da gibt es bedeutend wichtigeres

Die Wuppertaler Schwebebahn habe ich erkannt (weißst Du, welche Stützennummern das sind?). Aber ich wußte nicht, daß es die beiden zu Dir verschlagen hat.

Das ist die Stütze 52a/b vom Festlandteil der Schwebebahn. Aus welchem Bereich die Stütze genommen wurde erkennst du daran, dass hier in perfekter Straßenbreite die Stützen stehen. Der Rest kann der Website des LVR entnommen werden. Übrigens kam die Stütze in den 80er-Jahren nach Oberhausen, weil man "ein Bausegment dieses technischen Meisterwerkes zurück nach Oberhausen" bringen wollte und dieses Stück hier ohne Hilfe eigenständig stehen kann.


Der Doppel-425 kann ein Umleiter gewesen sein. Ich erinnere mich dunkel an so etwas. Aber ich weiß keinen Grund mehr.

Gründe gibt es viele: Störung in Essen, baubedingte Umleitung oder dass sich in Essen die Züge stauen.
Sofern die Bilder aber nicht vor 2010 entstanden sind muss es ein Umleiter gewesen sind, weil zu dem Zeitpunkt die Doppel-425 durch die FLIRTS auf dem RE3 ersetzt wurden.


Wenn Du dem Forum untreu wirst, fände ich das schade. Wenn Du dem Forum bis nach dem Abitur untreu wirst, ist das nachvollziehbar. Viel Glück!

Danke :)

Programmvorschau: Sofern die Zeit es hergibt, kommt nächstes Wochenende Frischware. Ansonsten Worms, denn das ist der einzige Hauptbahnhof, den ich noch präsentabel auf Lager habe.

Dann bin ich mal auf Worms gespannt.

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